HomeGeschichteAktuellesLinksGästebuch

 

Der Vorstand 
 
Das Korps 
 Spielmannszug 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

  Geschichtliche Entwicklung der

"Karnevalistischen Stadtwache" Münster

 Geschichte von 1931 - 1945

Bereits vor der Jahrhundertwende (1900) war es eine Gepflogenheit der münsterschen Karnevals- freunde, in den eigentlichen Karnevalstagen an der alten Hauptwache - dem Stadtweinhaus am Prinzipalmarkt - einen Doppelposten aufziehen zu lassen. Man bediente sich dazu der Soldaten münsterscher Regimenter, die man in Landsknechtkostüme steckte und die dann in Helm und Harnisch, mit der Hellebarde „bewaffnet“ vor zwei Schilderhäuschen auf und ab patrouillierten. Nach dem Ersten Weltkrieg war dieser schöne Brauch in Vergessenheit geraten, bis im Jahre 1930 der Karnevalsfreund Dr. jur. Bernhard Theissing ihn in verbesserter Form ins Leben rief. Es wurden 2 Dutzend Soldaten mittelalterlich eingekleidet. Dr. Theissing selbst führte mit seiner imposanten Figur in Raubritter Rüstung einen kurzen Umzug durch die Straßen der Altstadt an, wobei auch ein Spielmannszug mitwirkte. Daraufhin wurde das Stadtweinhaus besetzt und die närrische Wache aufgezogen zum Zeichen, dass die Stadtgewalt nunmehr den Karnevalisten zustand. Im nächsten Jahr machte Bernd Lohaus aus diesem Anfangsversuch eine ständige Einrichtung. Er veranlasste, dass die Karnevalsvereine junge Kräfte für die Gründung einer ständigen Stadtwache abstellten. Der Kommandant Bernd Lohaus und sein„Spieß“Willyvon Falken brachte ihnen das Griffekloppen bei.                                                                                              

Die Karnevalistische Stadtwache Münster, damals kurz „Ka-Sta-Mü“ genannt, hatte ihren ersten großen Auftritt am 01. 02. 1931 bei einer Damensitzung des damaligen Komitees der Karnevalsvereine Münster (heute BMK) in der damaligen Stadthalle an der Neubrückenstraße. Dieses Datum dürfte als Gründungstag der Karnevalistischen Stadtwache angesehen werden. Bernd Lohaus war ihr erster Kommandant. Die Uniformröcke waren vom Theaterverleih Josef Bleeker geliehen und der Montur der Schillerschen Offiziere nachgebildet. Dazu wurden Karnevalsmützen in den Stadtfarben und lange weiße Hosen getragen. Außerdem waren die Stadtsoldaten durch Bärte maskiert.

Im Jahre 1933 kam es zu einer Neuorganisation. Die Stadtsoldaten waren nunmehr Mitglieder der Stadtwache geworden. Ferner trat der Spielmannszug des „Stahlhelm“ dazu. Auch eine Schwenkfahne in den Stadtfarben von Münster wurde angeschafft. Der Kommandant Bernd Lohaus führte hoch zu Ross die Stadtwache am Karnevalssonntag vor das Stadtweinhaus. Zum Karneval 1934 wurden neue eigene Kostüme in den Farben „gelb – rot – weiß“ hergestellt. Die Stadtwache wirkte nun am zweiten Rosenmontag nach dem Ersten Weltkrieg (der erste Zug fand 1930 statt) an herausragender Stelle in der Nähe des Prinzenwagens mit.

      

Im Jahre 1935 wurden mit den erwähnten Uniformen ein Spielmannszug und eine Musikkapelle eingekleidet. Die Stadtsoldaten hatten zur gleichen Zeit neue Uniformen erhalten. Die Stadtväter hatten tief in die Stadtkasse gegriffen, um dem münsterschen Karneval etwas einmaliges zu bieten. (!!!!!)  Im gleichen Jahr zog erstmalig eine Marketenderin mit der Stadtwache auf. In Anlehnungan das bekannte Soldatenlied „Im Wald, im tiefen Wald, da steht ein Försterhaus“ mit dem Kehrreim: „Lore, Lore, Lore, schön sind die Mädchen von 17-18 Jahr...“ wurde sie Lore genannt. Ein Name der sich bis heute erhalten hat. Die erste Lore der Stadtwache war Mimi Wittenberg. Bei den bis 1939 alljährlich stattfindenden Rosenmontagszügen fuhr die Lore im bekränzten Wagen hinter dem Stadtwachen – Aufzug her und sorgte für das leibliche Wohl der Stadtsoldaten. Die erste Karnevalssitzung vor dem Zweiten Weltkrieg hielt die Stadtwache im Januar 1936 im Saal des Hotels Wassmann an der Wolbecker Straße ab. Es präsidierte der Wachkommandant Bernd Lohaus. Erstmalig trat eine Stadtwachen - Artillerie mit einer Saalkanone in Aktion. Im Jahre 1937 legte Bernd Lohaus seinen Posten als Stadtwachenkommandant nieder. Er war ab jetzt Kommandant des Rosenmontagszuges in Münster (Zugkommandant). Sein damaliger „Spieß“ Gerhard Sack wurde nun zum Kommandanten gewählt. Gerhard Sack trat allerdings schon 1938 von seinem Posten als Wachkommandant zurück. Carl Dülberg (der Vater des Prinzen Karneval 1990 Karlhans Dülberg) wurde nun neuer Wachkommandant der Stadtwache. Er bekleidete dieses Amt bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Übrigens auch die Lore Mimi Wittenberg trat 1938 als Lore zurück. Ilse Rücker war nun die neue „Stadtlore“. Die Stadtwache war vor dem Zweiten Weltkrieg kein eigener Verein, sondern sozusagen ein Instrument bzw. eine Abteilung des Bürgerausschusses zur Förderung des Münsterschen Karnevals ( heute BMK). Der Bürgerausschuss arbeitete mit der Stadtverwaltung eng zusammen. Die Uniformen und Utensilien der Stadtwache waren bis auf die Langschaftstiefel Eigentum der Stadt Münster. Sie wurden bei Kriegsausbruch im Fundus des Stadttheaters eingelagert. Durch Kriegseinwirkung wurde alles vernichte

 

 

Wiederaufbau der Karnevalistischen Stadtwache nach dem Zweiten Weltkrieg

Durch die Kriegseinwirkungen des Zweiten Weltkrieges wurde einfach alles zerstört und die Bevölkerung der Stadt Münster stand vor dem Nichts. Vieles hatte der Krieg zerschlagen, jedoch nicht den Geist und den Schwung der Karnevalisten. Im Gegensatz zu den Verhältnissen nach dem Ersten Weltkrieg regten sich 1945 die Karnevalisten unserer schönen Stadt sofort wieder. Der Gründer und erste Wachkommandant der Stadtwache Bernd Lohaus rief mit Rücksicht auf die neuen politischen Verhältnisse ( Britische Besatzung ) und dem Mangel an Geld und Uniformstoffen die Vereinigung Karnevalistische Stadtwache Münster – Seiner Tollität Aaseeflotte – ins Leben. Die Uniformen bestanden aus blauen Ziviljacken die mit goldenen Knöpfen und Tressen verziert wurden. Dazu trug man lange weiße Hosen sowie weiße Marinemützen. So wurde die Tradition recht und schlecht zunächst wieder aufgebaut und hochgehalten.

Wenn die Karnevalistische Stadtwache Münster in der heutigen Zeit mit schönen und prächtigen friederitianischen Uniformen auftritt, so bewahrheitet sich auch hier ein Vers von Friedrich Schiller:         

„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit. Und neues Leben blüht aus den Ruinen“.

Der Wachkommandant Bernd Lohaus handelte in diesen Tagen nach dem Grundsatz von Karl Wagenfeld: „Wi staot daovüör unmütt daodüör“ (Wir stehen davor und müssen dadurch).           

Man schrieb das Jahr 1948. Am 1.Oktober diesen Jahres fand unter dem Vorsitz des Wachkommandanten Bernd Lohaus die erste Versammlung im Restaurant „Beiderlinden“ statt. Führend waren neben Bernd Lohaus auch die Herren Heinz Brokinkel und Sepl Sanner tätig. Die erste Satzung wurde verlesen, angenommen und genehmigt. Gleichzeitig wurde eine Kleiderordnung herausgegeben. Eine neue Marketenderin durfte natürlich nicht fehlen. Die Wahl fiel auf Gustl Schenk als Lore III. Gustl Schenk hatte sich zuvor schon stark für den Wiederaufbau der Stadtwache eingesetzt.

Bereits am 11.11.1948 zog unter dem klingenden Spiel des Spielmannszuges mit gleichen Schritt und Tritt die neue Stadtwache in marineähnlichen Uniformen auf. Der erste Kommandant war 1948 Münsters populärster Polizist Jupp Gerke , der im Volksmund auch „ Müpopo“ genannt wurde. Die Englische Besatzungsmacht betrachtete den Karneval noch sehr vorsichtig und Festumzüge waren noch sehr eingeschränkt. Jupp Gerke stellte mit sehr viel Schwung und Temperament das neue Korps vor. Die neue Stadtwache wurde am 11. 11. 1948 durch die münstersche Bevölkerung freudig und lebhaft begrüßt. In der Session 1948/49 wurden auch bereits münstersche und auswärtige Gesellschaften besucht.

Bereits am 04. 02. 1949 fand das „Erste Gala - Bordfest“ veranstaltet von der sogenannten Aflo“ (Aasee Flotte) im Kaiserhof statt. Das Zepter der Prinzengarde der Stadt Münster schwang als erster Nachkriegsprinz und Schirmherr der o.a. Veranstaltung Seine Tollität Prinz Max II. (Mäcki Reuter).Bei seiner Abdankung im November 1949 überreichte Mäcki Reuter der „Aflo“ eine neue Standarte damit sie besonders bei den auswärtigen Besuchen vom Wiederaufbauwillen der Münsteraner auch optisch überzeugen konnten. Bereits in der Session 1950/51 marschierte die Stadtwache bzw. „Aflo“ mit neuen Uniformen auf. Diese Uniformen waren in enger Zusammenarbeit mit dem Ex-Prinzen Mäcki Reuter entworfen worden. Der Spielmannszug unter der Leitung des damaligen Tambourmajors Bernhard Picker trug blaue Jacken und weiße Hosen. Das Narrenschiff der „Aflo“ schaukelte nun unter ihrem Kommandanten Jupp Gerke auf den Wellen der Freude.

 

 

 

Geschichte 1945 - 1960

1953 kam es dann zu einem Führungswechsel. Der neue Wachkommandant war jetzt Dieter Strupp, der spätere Leiter des ARD-Studios in Brüssel. Als neue Lore fungierte von jetzt an Dorle König (Lehmkuhl). Der Karneval wurde Anfang der 50er Jahre immer freudiger und unbeschwerter. Die Leistungen der Akteure und die Ansprüche des Publikums steigerten sich. Deshalb beschloss der Vorstand im Jahre 1954 aus der närrischen Prinzenbegleitung ein Tanzkorps bzw. Traditionskorps zu rekrutieren. Damit war das Traditionskorps der Stadt Münster die Karnevalistische Stadtwache I.Westfälisches Tanzkorps ins Leben gerufen.

Für den ersten Korpstanz suchte man sich den Weibermarsch aus der Operette „Die Lustige Witwe“ aus. In uneigennütziger Weise studierte Traute Toss mit den Stadtwachenoffizieren den ersten Tanz ein.Die erste tanzende Lore war Dorle König (Lehmkuhl) mit dem Tanzoffizier „Kapitänleutnant“ Lutz Greuling. Wachkommandant war ab jetzt Jöppi Lehmkuhl. Er trug den von Theo Wersebeckmann gestifteten neuen Kommandantendegen. 1955 wurde für den Korpstanz der Revuemarsch gewählt, der ebenfalls von Traute Toss mit dem Tanzpaar Dorle König(Lehmkuhl) und Lutz Greuling einstudiert wurde. Die Stadtwache konnte nun in den fröhlichen Wettstreit mit den Korps der anderen Karnevalshochburgen treten. Es wurden Karnevalistische Verbindungen zu Gesellschaften in den bekannten Karnevalsstädten wie Köln, Düsseldorf und Aachen aufgebaut. 1957 wurde das Tanzpaar Dorle König (Lehmkuhl) und Lutz Greuling verabschiedet. Als neues Tanzpaar begeisterten nun Lore Renate Becker und Tanzoffizier Helmut Dülberg die Karnevalisten. Das Korps probte nun mit der damals sehr beliebten und bekannten Ballettmeisterin Christel Mannefeld, die ebenfalls nach dem Revuemarsch einen neuen Tanz einstudierte. Als später ihr Sohn Horst Mannefeld zum Tanzoffizier ernannt wurde , folgte ein weiterer Tanz nach dem Marsch „Unter dem Grillenbanner“. Der Revuemarsch und der Marsch „Unter dem Grillenbanner“ haben sich auch durch viele choreographische Änderungen als Traditionstänze der Stadtwache erhalten.

 Eine organisatorische Änderung war ebenfalls 1957 eingetreten. Die Mitgliederversammlung unter dem Wachkommandanten Jöppi Lehmkuhl beschloss am 26.04.1957 , die Karnevalistische Stadtwache in eine Karnevalsgesellschaft umzuwandeln. Die Gesellschaft bestand aus dem Senat, dem Tanzkorps , dem Spielmannszug und den inaktiven Mitgliedern. Erster Präsident wurde der bisherige Wachkommandant Jöppi Lehmkuhl. Der Verein wurde unter dem Namen „Karnevalistische Stadtwache Münster I. Westfälisches Tanzkorps e.V.“ in das Vereinsregister beim Amtsgericht Münster eingetragen.

Zum Wachkommandanten ernannte die Mitgliederversammlung Lutz Greuling, als Lore und Tanzoffizier tanzten jetzt Renate Becker und Horst Mannefeld. Ihre Stellung in der unmittelbaren Nähe des Prinzen Karneval und der Prinzengarde der Stadt Münster sowie des Bürgerausschusses hat die Stadtwache auch weiterhin bis heute verbindlich und freundschaftlich aufrecht erhalten.Ebenfalls 1957 hatte der damalige Vorstand beschlossen das äußere Bild der Stadtwache zu verschönern und die „Truppe“ in neue Uniformen zu kleiden. Die Uniformen (sie werden heute noch in der Form getragen) sind an die des „4. Westfälischen Kürassier - Regiments von Driessen von 1717“ in der Ausführung von 1806 angelehnt.

Ab Mitte der 50er Jahre wirkte die Stadtwache auch bei karnevalistischen Großveranstaltungen wie z.B. „Münster lacht von drei bis acht“ und „die lachende Westfalenhalle“ in Dortmund mit. Die Auftritte der Stadtwache wurden nun auch im Funk und im Fernsehen übertragen.

 

 

 Geschichte 1960 - 1980

Die Stadt Münster sowie der münstersche und westfälische Karneval hatten nun ein eigenes Traditionskorps. Der Senat unter der Leitung der Senatspräsidenten Heinz Steinwehe und Günther Borchert war nun Träger für die Organisation und Durchführung aller gesellschaftlichen Veranstaltungen der Stadtwache. Es wurden immer mehr neue karnevalistische Beziehungen aufgebaut. Nicht nur im Rheinland hat die Stadtwache Freunde gefunden, sondern auch im hohen Norden wie z.B. Hannover, Osnabrück und Leer (Ostfriesland).

Beim ersten internationalen Tanzturnier der damaligen Bundeshauptstadt Bonn für Tanz - Corps am 10.01.1960 erreichte das Traditionskorps der Stadtwache Münster einen beachtlichen 4.Platz. 1961 feierte die Stadtwache mit vielen Sonderveranstaltungen ihr 30jähriges Bestehen. Dazu schrieb der damalige Oberbürgermeister Dr. Busso Peus in einem Grußwort ... (Auszug) Für die vielen Veranstaltungen und Festlichkeiten in der Karnevalszeit wünsche ich der Stadtwache vollen Erfolg und befehle als kommandierender General den mir unterstehenden Truppen zündenden Humor für ihre närrischen Einsätze.

Der damalige Präsident der Stadtwache Jöppi Lehmkuhl wurde im Jahre 1961 Prinz Karneval der Stadt Münster. Die Stadtwache mit ihrem Tanzkorps als Aushängeschild feierte in dieser Zeit große Erfolge und genoss großes Ansehen in der münsterschen Bevölkerung. 1964 stellte der Spielmannszug der Stadtwache unter der Leitung des Tambourmajors Karl-Heinz Claus aus Personalgründen die musikalische Begleitung ein. Ab der Session 1965 begleitete jetzt der Spielmannszug St. Hubertus Sprakel unter dem legendären Tambourmajor Bernhard Dabeck das Tanzkorps der Stadtwache. Den Degen eines Wachkommandanten trugen in den 60er Jahren Charly Rütters und Helmut Benning. Tanzoffiziere waren in dieser Zeit Horst Mannefeld, Winfried Ruppel und Berni Moser. Als Stadtloren begeisterten Giesela Benkert, Uschi Gierse und Monika Wilkening das närrische Publikum.

Gegen Mitte der 60er Jahre kam es durch eine eklatante Führungsschwäche im Präsidium der Stadtwache immer öfter zu Streitigkeiten zwischen dem Senat und dem Tanzkorps. Der Eklat endete schließlich mit der Auflösung des „Großvereins“ der Karnevalischen Stadtwache Münster. Einige Stadtsoldaten des Tanzkorps wollten allerdings die Tradition der Stadtwache als selbstständiges Tanzkorps weiter aufrecht erhalten. Auf der Jahreshauptversammlung am 07. 05. 1969 wurde eine Satzungsänderung beschlossen. Die Karnevalistische Stadtwache e.V. war ab jetzt wieder ein eigenständiges Tanzkorps. Alter und neuer Präsident wurde Jöppi Lehmkuhl. Sein Stellvertreter wurde als Vizepräsident Otto Issel. Als Wachkommandant stand Herbert Neth dem Korps vor. Monika Wilkening und Christa Ring tanzte zu dieser Zeit mit Berni Moser als Tanzoffizier durch den münsterschen Karneval.

1971 feierte die Stadtwache das 40jährige Bestehen. Das Tanzkorps war kurz zuvor mit neuen Uniformen ausgestattet worden. Ab der Session 1971/72 wurde Hermann Hewing neuer Wachkommandant und als Spieß war nun Peter Hermes tätig. Beim Tanzturnier des Bundes Westfälischer Karneval in Warendorf erreichte die Stadtwache hinter der Tanzgarde der Karnevalsgesellschaft Bocholt einen hervorragenden 2. Platz. Zwischen dem Spielmannszug St. Hubertus Sprakel und der Karnevalistischen Stadtwache entwickelte sich in den 70er Jahren eine besonders freundschaftliche Verbindung. Man feierte zusammen Schützenfeste und traf sich auch zu anderen Veranstaltungen wie z.B. Maigang oder zum Fußballspiel.

In dieser Zeit wurde auch eine enge Freundschaft zur KIG (Sprakel – Santrup – Coerde) aufgebaut. Seit Ende der 60er Jahre nimmt die Karneval. Stadtwache an den jährlich stattfindenden Karnevalsumzügen in Sprakel teil. Seit dieser Zeit besteht eine echte Freundschaft und eine enge Zusammenarbeit mit allen Sprakeler Karnevalisten. Marlies Landsmann und Ingrid Kiens bildeten in den Jahren 1971-1976 mit Franz-Josef Berning das Tanzpaar der Karneval. Stadtwache. Ein einmaliges Ereignis in der 75jährigen Geschichte der Stadtwache war, dass die Stadtlore Ingrid Kiens und der Tanzoffizier Franz - Josef Berning im Anschluss an ihre aktive Zeit im Karneval ein glückliches Ehepaar wurde.

Ab 1977 führte Dietmar Hohmann die Karneval. Stadtwache als Wachkommandant an. Annegret Troschel und Bernt Zenker waren in dieser Zeit das Tanzpaar der Stadtwache. Ab jetzt ging es mit großen Schritten auf das 50jährige Jubiläum zu.

 

 Geschichte 1980 - 2006

Am 16. 01. 1981 fand eine große Jubiläumssitzung mit Ball im Lindenhof- Festsaal statt. Es folgte dann noch am 01.02.1981 ein zünftiger Jubiläumsfrühschoppen im damaligen Vereinslokal der Stadtwache „Bi Söffken“ in MS Gievenbeck. Dagmar Woltering und Bernt Zenker tanzten als Stadtlore und Tanzoffizier durch das Jubiläumsjahr. Bereits vor dem 50jährigen Jubiläum war es einigen Mitgliedern der Stadtwache klar, dass nach dem Jubelfest einige Sachen neu aufgebaut bzw. erweitert werden mussten. Am 03.04.1981 kam es auf der Jahreshauptversammlung zu einem einschneidenden Führungswechsel. Der damalige Spieß Hans-Werner (Kelle) Bartelt wurde zum Wachkommandanten gewählt. Ohne Furcht und Tadel ging Kelle Bartelt an seine neuen Aufgaben. Sein Motto lautete... „Es ist mir ganz egal wer unter mir Präsident ist, nur voran gehen muss es mit der Stadtwache“.

Der Spielmannszug St. Hubertus Sprakel konnte die Stadtwache aus Personalgründen nicht mehr begleiten. Dieses tat der Freundschaft zu den Sprakeler Karnevalisten aber keinen Abbruch. Kelle Bartelt fand mit dem Spielmannszug St. Mauritz Erpho unter der Leitung des Ersten Vorsitzenden Fritz Helftewes und demTambourmajor Klaus Berger einen würdigen Nachfolger. Eine großartige Verstärkung erhielt dieser Spielmannszug durch einige Spielleute des Spielmannszuges St. Johanni Münster. Auch der dringend notwendig gewordene Uniformwechsel wurde in diesem Jahr durchgeführt. Das Tanzkorps erhielt zur Session 1982 neue Uniformröcke, neue Dreispitzhüte und neue Hoch- schaftstiefel. Neue Stadtlore wurde in dieser Session Annette „Floh“ Brinck. Sie wurde mit dem Tanzoffizier Bernt Zenker durch den Ballettmeister und Choreographen Klaus Schoetschel auf die neue Session vorbereitet. Dieses beliebte Tanzpaar tanzte bis zum Aschermittwoch 1986 durch den münsterschen Karneval.

Seit 1983 besteht in Münster ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Karneval und Kirche. Der alljährlich mit Unterstützung der Stadtwache gefeierte Gottesdienst im Dom mit den Freunden des Karnevals und der Auftritt der Stadtwache beim Empfang der Prinzengarde im Bischofshaus sind inzwischen zu einer guten Tradition geworden. Am 13. 02.1985 wurde eine Abordnung der Stadtwache zusammen mit Prinz Ernst I. (Albers) durch den damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl im Bundeskanzleramt in Bonn empfangen. 1986 hatte der Spielmannszug St. Mauritz Erpho die musikalische Begleitung der Stadtwache eingestellt.

 

 

 Im April 1986 kam es dann zu einem erfolgreichen Neuaufbau eines vereinseigenen Spielmannszuges. Kelle Bartelt und besonders Peter Schumacher (dieser sei an dieser Stelle besonders erwähnt) versuchten mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln „neue“ und „alte“ Spielleute für den Spielmannszug Stadtwache zu begeistern. Wie man heute weiß, ist ihnen dieser Neuaufbau damals gelungen. Bereits am 11.11.1986 zog dann unter der Leitung des Tambourmajors Klaus Berger ein kleiner aber feiner Spielmannszug zusammen mit dem Tanzkorps als gesamte Stadtwache vor dem Rathaus auf. Dieses sollte aber zunächst nur der Anfang sein. Der Spielmannszug wurde dann im Laufe der Jahre immer weiter aufgebaut. Im Jahre 1990 wurden auch Mädchen und Frauen im Spielmannszug aufgenommen und im Jahre 1999 hatte der Spielmannszug der Stadtwache eine Stärke von stattlichen 35 Spielleuten erreicht.

Am 08. 04. 1987 lag der Mitgliederversammlung ein Kooperationsvertrag mit der KG Böse Geister zur Abstimmung vor. Dieser Vertrag war zuvor durch den Wachkommandanten Kelle Bartelt und dem Vorstand der KG Böse Geister ausgearbeitet worden. Die Mitglieder entschieden sich allerdings mit Stimmenmehrheit für die Fortsetzung der bisherigen Organisationsform als selbstständiges Tanzkorps. Eine Kooperation mit der KG Böse Geister war gescheitert. Der Wachkommandant wurde anschließend eindringend gebeten seine Arbeit für die Stadtwache fortzusetzen. Seine Entscheidung und die Wiederwahl wurden mit lang anhaltenden Beifall aufgenommen. In den Sessionen 1987 bis 1990 tanzten die Stadtloren Susanne Fischer und Saskia Hillmann mit Bernt Zenker als Tanzoffizier durch den münsterschen Karneval. Nach dem Rücktritt des Vizepräsidenten Otto Issel wählte die Mitgliederversammlung im April 1988 den Wachkommandanten Kelle Bartelt auch zum neuen Vizepräsidenten.

 

In den 80er Jahren waren die Aufzüge der Stadtwache schon sehr gefragt. So ergab es sich, dass an einem Karnevalssamstag bis spät in die Nacht 16 Veranstaltungen besucht wurden. Das bedeutet, dass an diesem Abend 16x das volle Programm sowohl vom Tanzpaar bis hin zum Spielmannszug aufgeführt wurde. Dabei könnte es sich um einen Auftrittsrekord handeln. Am Aschermittwoch 1990 war der langjährige Tanzoffizier Bernt Zenker zurückgetreten. Bernt Zenker war 15 Jahre! für die Stadtwache als Tanzoffizier im Einsatz. Ist das ein Rekord für die Ewigkeit? Wegen seiner unermüdlichen Einsatzfreudigkeit fand Bernt Zenker immer wieder hohes Ansehen bei der Stadtwache und beim Publikum. Zum Wachkommandanten wurde in diesem Jahr Eckhard Sietz gewählt. Der bisherige Wachkommandant Kelle Bartelt wurde zum Generalfeldmarschall ernannt. Petra Neumann und Jochen Filip wurden im Sommer 1990 durch den Ballettmeister Klaus Schoetschel zum neuen Tanzpaar ausgebildet. Dieses beliebte Tanzpaar war bis 1994 das Aushängeschild der Stadtwache.

Im Jubiläumsjahr, „1200 Jahre Münster“, besuchte die Stadtwache die Partnerstadt Mühlhausen in Thüringen. Im August 1993 nahm die Stadtwache bei sommerlichen Temperaturen von 28° am großen Kirmesumzug in Mühlhausen teil. Aus diesem Besuch entwickelte sich eine bis zum heutigen Tage anhaltende Freundschaft zu der Mühlhausener Kirmesgemeinde Vogteier Platz. 1994 trat Jöppi Lehmkuhl nach 37 Jahren als Präsident der Stadtwache nicht mehr zur Wahl an. Zu seinem Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung den bisherigen Vizepräsidenten und Generalfeldmarschall Kelle Bartelt. Der neue Präsident ernannte Jöppi Lehmkuhl anschließend zum Ehrenpräsidenten. Vizepräsident wurde Peter Schumacher. Dieser trat aber als Vizepräsident schon nach einem Jahr zurück, weil er sich und seine Arbeit etwas stärker in das Schützenwesen einbringen wollte. Heute im Jubiläumsjahr ist Peter Schumacher 1.Brudermeister der Schützenbruderschaft St. Johanni Münster. Der Stadtwache ist er aber trotzdem immer treu geblieben. Heinz-Dieter Darpe wurde 1995 zu seinem Nachfolger als Vizepräsident gewählt.  Heinz-Dieter Darpe  übte dieses Amt 11 Jahre sehr gewissenhaft und erfolgreich zum Wohle der Stadtwache aus. Nach der Jubiläumssession 2006 stellte er sich nicht erneut zur Wahl, das Amt des Vizepräsidenten ging an den hervorragenden Trommler des Spielmannszuges Markus Paszkiet über. (Heinz - Dieter Darpe ist dem Karneval aber nicht untreu geworden und übt heute das Amt des 1. Geschäftsführers bei der kg "witte müse" aus). Der neue Präsident Kelle Bartelt legte nach seiner Wahl der Mitgliederversammlung eine überarbeitete Satzung vor. Durch die angenommene Satzung erreichte die Stadtwache im Jahre 1995 die Eigenschaft einer gemeinnützigen Körperschaft.

Im Sommer 1995 wurden Alexa Vedovelli und Rainer Wilming von Klaus Schoetschel für die kommende Session fit gemacht. Diese beiden tanzten sich bis 1998 in die Herzen der münsterschen Karnevalisten. 1996 trat der langjährige Leiter des Korps Eckhard Sietz von seinem Amt als Wachkommandant zurück. Am 21.04.1996 wählte die Akteursversammlumg Franz - Josef Stemmer zu seinem Nachfolger. In der Session 1998/1999 war für den Präsidenten Kelle Bartelt ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen. Der Spielmannszug der Stadtwache konnte - genau wie das Tanzkorps - in friederitianische Uniformen eingekleidet werden. Bisher trugen die Spielleute blaue Anzugjacken und schwarze Hosen. Dazu trugen die Spielleute blau/weiße „Schiffchen“.Am 11.11.1998 zogen 55 in friederitianische Uniformen gekleidete Akteure der Stadtwache vor dem Rathaus auf. Das Traditionskorps war nun komplett ausgestattet. Dieses war nur durch die großzügige Unterstützung unseres Freundes und Ehrenkommandanten Bernd Thiekötter möglich. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Bernd Thiekötter. Im Sommer 1998 war Anja Thiekötter durch Klaus Schoetschel zur Stadtlore ausgebildet worden. Anja Thiekötter tanzte in der Session 1998/1999 mit Rainer Wilming als Tanzoffizier durch den münsterschen Karneval. Im Jahre 2000 wurde Markus Hohmann neuer Tanzoffizier. Der Langjährige Tanzoffizier Bernt Zenker hatte im Sommer 2000 das Tanzpaar Anja Thiekötter und Markus Hohmann auf die schweren Aufgaben für die anstehende Session vorbereitet.

 

 Im November 2000 verweilte die Stadtwache für 3 Tage in der Bundeshauptstadt Berlin. Gastgeber war die Stadtgarde Rot-Gold-Berlin. Aus Anlass der Prinzenproklamation des Münsteraners und Wahlberliners Thomas Richter war unter der Leitung des Generalprinzmarschall Bernd Thiekötter und S.T.Prinz Tim I.(Toss) eine Abordnung des münsterschen Karnevals nach Berlin gereist. Die Aufzüge der Stadtwache u.a. im SONY Center am Potsdammerplatz und im Hotel Estrel wurden durch das Berliner Publikum begeistert aufgenommen und immer wie-der mit starkem Beifall belohnt. Die Stadtwache konnte in diesen 3 tollen Tagen in Berlin den münsterschen Karneval sehr eindrucksvoll vorstellen. Im Mai 2001 trat die Stadtlore Anja Thiekötter zurück. Ihre Nachfolgerin wurde Gabi Kleine Wilke. Gabi wurde im Sommer 2001 durch die Trainerin Sonja Beuckmann ausgebildet und tanzte in den Jahren 2002 und 2003 als Stadtlore mit dem Tanzoffizier Markus Hohmann durch den münsterschen Karneval. Am 28.04.2002 entschied sich die Akteursversammlung für Philipp Kuhlmann und wählte ihn zum Wachkommandanten. Dieser ging mit viel Schwung und Elan an seine neuen Aufgaben heran. Die Trainerin Jana Mennemeyer bildete im Sommer 2003 das Tanzpaar Fides Fischer und Markus Hohmann aus. Diese beiden tanzen sich in den Jahren 2004 und 2005 in die Herzen der münsterschen Karnevalisten. Am Aschermittwoch 2005 trat dieses beliebte Tanzpaar gemeinsam aus beruflichen Gründen zurück. An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön - besonders für Markus Hohmann - der 6 Jahre als Tanzoffizier für die Stadtwache tanzte.

 Im Mai 2005 tat die Stadtwache einen absoluten Glücksgriff. Der Präsident Kelle Bartelt und der sehr fleißige Wachkommandant Philipp Kuhlmann konnten als neues Gespann Stadtlore und Tanzoffizier das bekannte Jungendtanzpaar der KG Die Schlossgeister Annerose Jung und Marcel Krautwald für das Traditionskorps begeistern. Zitat Präsident Kelle Bartelt. „Gerade im Jubiläum , 75 Jahre Stadtwache , wollen wir dem Münsterschen Karneval ein echtes Highlight bieten“. Seit Mai 2005 bereits trainiert das neue Tanzpaar unter der Federführung der Erfolgstrainerin Jana Mennemeyer im Saal des Brauhauses am Kanal. Neben den klassischen Stadtwachentänzen, Revue Marsch und Unter dem Grillenbanner, unter der musikalischen Begleitung durch den Spielmannszug werden Annerose und Marcel erstmals in der Stadtwachen Geschichte auch nach Musik von einer CD tanzen. Ein Medley aus bekannter Filmmusik soll ein Höhepunkt bei den Auftritten der Stadtwache sein. Zitat Präsident Kelle Bartelt: „Wir sind natürlich immer noch der Tradition verbunden, wollen aber auch für neue Technik und Ideen offen sein“. Der Spielmannszug der Stadtwache unter der Leitung von Tambourmajor Klaus Berger und seiner Stellvertreterin Christel Schütte hat wie in all den Jahren zuvor fleißig für das Jubiläum geprobt. Die Spielleute haben ihr Repertoire immer weiter aufgebaut. Neben der klassischen Marschmusik spielen sie auch die schönsten Lieder aus dem westfälischen und rheinischen Karneval. 75 Jahre Karnevalistische Stadtwache Münster umschließen einen wesentlichen Teil der Geschichte des münsterschen und westfälischen Karnevals. Der münstersche Karneval wäre ohne sein Traditionskorps sicherlich ein großes Stück ärmer.

Wenn die Karnevalistische Stadtwache mit ihrem Spielmannszug an der Spitze unter ihrer Erkennungsmelodie , dem vereinseigenen Marsch „3 x Helau“ (Text Bernd Lohaus, Musik Franz Tumbrink ) aufzieht, und die Lore ihren Tanz aufführt, dann ist das immer wieder ein Höhepunkt bei karnevalistischen Veranstaltungen. Unter ihrem jetzigen Präsidenten und Generalfeldmarschall Hans - Werner, (Kelle), Bartelt blickt die Stadtwache mit viel Stolz auf ihre Beständigkeit zurück. Bei ihrer Stellung in der unmittelbaren Nähe des Prinzen Karneval und der Prinzengarde der Stadt Münster war und ist die Stadtwache immer ein Garant für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Sie wird auch in Zukunft ein Hort der Freude, des Frohsinns und des echten Humors sein. Die Stadtwache wird auch weiterhin zur Erhaltung und Förderung des karnevalitischen Brauchtums beitragen. Die Parole im Jubiläumsjahr lautete „Am Guten Alten in Treue halten.“

 

 
HomeGeschichteAktuellesLinksGästebuch

 


Copyright(c) 2010 Stadtwache Münster / H. - D. Darpe. Alle Rechte vorbehalten
kontakt@stadtwachemuenster.de